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FABE und ESI-Robotik

Was hat ein Roboter in der Betreuung verloren? – Das haben sich die gut 30 Lernenden der FABE-Klassen 2019 sicher auch gefragt, als ich Ihnen ankündigte, dass Frau Sabitzki mit der Besuchsrobbe bei uns zu Gast sein wird. Am 24. Februar 2020 haben wir also Bekanntschaft mit der Besuchsrobbe, einem esiRoboter gemacht. ESI steht für emotional-sozial-interaktiv und kann im Gegensatz zu den klassischen Service-Robotern, wie bspw. die Staubsauger oder Rasenmäher, auch auf Gefühlszustände, Stimmen, Handhabe und Namen reagieren. Dieser Roboter ist deshalb einer jungen Sattelrobbe nachempfunden, weil Babyrobben im realen Leben kaum eine Gefahr für den Menschen darstellen.

Die Robbe soll eine Unterstützung in der Therapie, Betreuung und Pflege von Dementen, Beeinträchtigen (bspw. Autismus) und psychiatrisch Erkrankten sein. Als Ersatz für menschliches Personal ist sie nicht gedacht. Im Gegenteil; Frau Sabitzki betonte, dass die Robbe in der Therapie lediglich Mittel sei, die Kommunikation zur Therapeutin herzustellen und Klienten die Hemmungen zu nehmen. Demente, die plötzlich wieder lächeln, wenn sie die Robbe auf dem Arm haben, Autisten, die sich entspannen, wenn sie regelmässig über die Robbe kommunizieren können, davon erzählte uns Frau Sabitzki.

Der Japaner Takanori Shibata hat die Robbe Anfangs der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. 2001 wurde sie auf dem Markt vorgestellt. Es gibt Menschen, die halten sich eine solche Robbe als Haustier. Damit aber können die wenigsten der gut 30 Lernenden aus den beiden FABE-Klassen etwas anfangen. Sie sind klar der Meinung, dass ein richtiges Haustier den grösseren Mehrwert hat.
Trotzdem war der Beitrag im ABU interessant und passte bestens in die Diskussion um die Bedürfnishierarchie nach Maslow. Ausserdem regt diese Entwicklung in der Robotik die Gedanken um die Zukunft des gelernten Berufs an.

Schaffhausen, Ende Februar 2020
Cordula Schneckenburger