Chronik
2007 - 2010
1994 - 2006
1982 - 1993
1971 - 1982
1960 - 1970
1948 - 1959
1932 - 1943
1922 - 1931
1906 - 1919
1892 - 1900
1875 - 1889
2007 - 2010
Umbau Mensa BBZ
Nach langwieriger Planung konnte zu Beginn der Sommerferien der Umbau der Mensa im BBZ-Hauptgebäude gestartet werden. Die umfangreichen Arbeiten dauerten schliesslich bis Mitte Oktober. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier konnte die Mensa dem Betrieb übergeben werden.
Prix Vision 2010
Dank der Unterstützung der Peyer Stiftung konnte der Integrationskurs eine Einstiegswoche mit einem professionellen Trainer in Sumiswald durchführen. Diese Intensivwoche, welche bewusst ausserhalb des regulären schulischen Alltags stattfand, hatte zum Ziel, mit den Lernenden, welche sehr unterschiedliche kulturelle und biografische Hintergründe mitbringen, eine solide gemeinsame Basis zu schaffen, auf die im weiteren Schuljahr aufgebaut werden kann.
Prix Vision 2010
Im Sommer 2010 konnten das erste Mal Diplomanden der HF Pflege ihr Diplom entgegennehmen. Die Diplomanden absolvierten während den letzten drei Jahren die anspruchsvolle Ausbildung zum dipl. Pflegefachmann/-frau HF und schlossen diese erfolgreich ab.
Neue Ausbildung am BBZ
Mit dem neuen Schuljahr freut sich das BBZ Schaffhausen über einen weiteren Ausbildungsgang. Die Logistiker werden ab Sommer 2009 in Schaffhausen ausgebildet.
Prix Vision 2009
Das BBZ gewinnt erneut einen stolzen Betrag vom Prix Vision. Sergio Masciali, Lehrperson der Sanitärinstallateure und Leiter der Abteilung Bau am BBZ kann mit seinem Projekt die Jury überzeugen.
Das Physik- und das Sanitärlabor werden eingeweiht.
Das BVJ wird eingeführt
Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel informiert an der Medienkonferenz vom Fr. 17. Oktober 2008 über den Start des BVJ.
Mit der Idee, ein Schuljahr unter ein Dach zu bringen, ruft man das Projekt ins Leben und ersetzt das bis heute bekannte 10. Schuljahr. Die Planung und Umsetzung fordert viel Koordination und Organisation; das bei einem ambitiösen Zeitplan. Dieser konnte laut Rosmarie Widmer Gysel mit viel Engagement aller Beteiligten eingehalten werden.
Prämierung VtA
Die Jury prämiert 2008 fünf Autoren und Autorinnen für ihre sehr guten Vertiefungsarbeiten.
Neuorganisation BBZ
Die Neuorganisation des BBZ ist abgeschlossen. Das Berufsbildungszentrum umfasst neu sechs Abteilungen, davon eine Abteilung Berufsvorbereitungjahr. Die bisherigen Abteilungen Allgemeinbildung, Technikerschule und Schule für Pflegeberufe werden aufgelöst und in die restlichen Abteilungen integriert.
Die Lehrgänge der Tertiärstufe «Höhere Fachschule Technik» (bisher Schaffhauser Technikerschule) und «Höhere Fachschule Pflege» (neu) werden in der Abteilung «Höhere Fachschule Schaffhausen» zusammengefasst. Daneben ergeben sich durch die Neuorganisation weitere Änderungen bei den Funktionsträgern.
Prix Vision 2008
Dieses Jahr gewinnt das BBZ den 1. Preis in Höhe von 30000 Franken am Prix Vision der Peyerschen Familienstiftung. Bernhard Machaczek, Lehrperson für Informatik am BBZ, kann mit seinem Projekt «Roboterprogrammieren in C» die Jury überzeugen.
Das Programmieren von Robotern wird sowohl im Berufsvorbereitungsjahr während des Informatikunterrichts als auch in einem Freifachkurs für alle Lernenden des BBZ angeboten.
Orientierungstag BVJ
Am 3. März 2008 wird in der Aula des BBZ Schaffhausen über die neuen Lehrgänge im Berufsvorbereitungsjahr orientiert. Diese Lehrgänge im 10. Schuljahr, das erste Schuljahr, das nicht mehr obligatorisch ist, wurden bisher im Kanton Schaffhausen unter verschiedenen Namen (4. Real, 4. Sek., Vorlehre, Soziale Basisjahre, Integrationskurs) an verschiedenen Schulorten geführt. Neu werden die Berufsvorbereitungsjahre am BBZ mit Standort Charlottenfels, Neuhausen, geführt.
Schaffhauser Berufsmesse zur Zweiten
Nach einem erfolgreichen Start der Berufsmesse im Jahr 2006 wird die 2. Schaffhauser Berufsmesse durchgeführt. In den Räumlichkeiten im und vor dem Hauptgebäude werden mehr als 90 Berufe vorgestellt.
Prix Vision 2007
Rainer Lenz, Informatiker am BBZ, gewinnt am Prix Vision der Peyer-Familienstiftung den zweiten Preis.
Mit 10 000 Franken unterstützt wird der Ausbau des bestehenden Demonstrations- und Versuchs-Netzwerkes mit einer Technologie, die Datenübertragung mittels Laserstrahlen ermöglicht.
Prämierung VtA Die Jury prämiert 2007 fünf Autoren und Autorinnen für ihre hervorragenden Vertiefungsarbeiten.
1994 - 2006
Die erste Schaffhauser Berufsmesse wird in den Räumlichkeiten des BBZ durchgeführt.
Die erweiterten Schulräume für die Berufslernenden der Automobilbranche werden ihrem Zweck zugeführt.
Die Schule für Pfegeberufe wird ins BBZ integriert.
Der Neubau wird der Öffentlichkeit vorgestellt und mit einem grossen Fest eingeweiht.
Der Umbau des Altbaus wird geplant. Neue Lehrpläne an der BMS treten in Kraft. Die selbstständigen Vertiefungsarbeiten (SVA) werden ausgezeichnet.
Das BBZ gewinnt den prix.vision mit dem E-Learning-Projekt der STS.
Tage der offenen Tür im Hinblick auf den Neubau.
Das BBZ wird nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. Der Neubau wird geplant.
Die Anlehre wird eingeführt.
Die BMS II wird eingeführt.
Der ABU wird revidiert.
Die Berufsmatura wird eingeführt.
Dr. Ernst Schläpfer wird Direktor.
Das BBZ erhält ein neues Logo.
1982 - 1993
Direktor Raymond Caluori geht in Rente.
Am 11. August wird die neue Turnhalle im Mühlental in Betrieb genommen.
Der IK für fremdsprachige Jugendliche wird verwirklicht.
Umstellung auf Spätsommerschulbeginn.
Aus GIBS wird GIBZ; 6 Abteilungsleiter bilden zusammen mit dem Direktor die Schulleitung.
Der EDV-Unterricht wird forsiert.
Die Werkschule +GF+ arbeitet eng mit der GIBS zusammen.
1971 - 1982
Die 28-Lektionen-Woche wird eingeführt.
Martin Ott wird erster hauptamtlicher Sportlehrer. Das Turnhallenproblem wird sich lösen lassen.
Neues BBG tritt in Kraft. Elternabende werden eingeführt.
Betragensnoten werden abgeschafft. Der Turnunterricht wird aktiviert. Die Anlehre wird eingeführt.
Im Sommer-Semester beginnt der Intervallunterricht für die Hochbauzeichner und die Chemielaboranten.
Um den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport gerecht werden zu können, müssten der Gewerbeschule drei Turnhallen zur Verfügung stehen. Dies ist aber nicht der Fall. Man weicht auf den Schwimmunterricht aus.
Nach Art. 2 des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport vom 17. März 1972 ist der Turn- und Sportunterricht an den Berufsschulen obligatorisch.
Unter der Trägerschaft der Stadt Schaffhausen beginnt an der GSS und an der Werkschule +GF+ der Berufsmittelschulunterricht. Es wird nur eine technische Abteilung geführt.
Auf Beginn Winter-Semester 1971 wird die Schaffhauser Techniker-Schule für Berufstätige eröffnet. Der Unterricht ist berufsbegleitend. Nach sechs Semestern kann der kantonale Ausweis für Maschinentechniker oder Elektrotechniker erworben werden.
1960 - 1970
An verschiedenen schweizerischen Gewerbeschulen werden so genannte Berufsmittelschulen gegründet. Um die Berufslehre attraktiver zu gestalten, wird versucht, qualifizierten Lehrlingen einen grundsätzlichen, anspruchsvolleren Unterricht zu vermitteln. Das Abschlusszeugnis der Berufsmittelschulen soll einen prüfungsfreien Uebertritt in die Höheren Technischen Lehranstalten ermöglichen.
Im Jahre 1968 wurden neu in Kraft gesetzt:
- das Einführungsgesetz des Kantons Schaffhausen zum Bundesgesetz über die Berufsbildung
- das Dekret über das Beitragswesen in der Berufsbildung
- die Verordnung des Regierungsrates zum Einführungsgesetz zum Berufsbildungsgesetz.
Auch an der GSS werden Versuche mit programmiertem Unterricht durchgeführt.
Erstmals findet eine Sportwoche statt.
Bedauerlicherweise bedingt ein starkes Absinken der Teilnehmerzahl die Aufgabe der freiwilligen Sprachkurse in Französisch, Englisch und Italienisch.
Der Neubau wird bezogen, der Osttrakt im Frühjahr und sämtliche übrigen Räume im November. Lehrer und Schüler sind dem Souverän und den Behörden für das gelungene Werk dankbar.
Am 18. Oktober wird die Gewerbeschule Neuhausen am Rheinfall durch die Stadt Schaffhausen übernommen und in die GSS eingegliedert.
In den "SIG"-Klassen wird erstmals Lebenskunde erteilt.
Am Sommer-Semester wird erstmals eine Vorlehrklasse geführt.
Die Stimmberechtigten der Stadt Schaffhausen stimmen am 21. Februar der Erstellung eines neuen Gewerbeschulhauses zu. Die Gesamtkosten sind mit Fr. 8'355'700.- veranschlagt, wovon die Stadt Fr. 3'633'800.- zu tragen hat. Abstimmungsergebnis: 4260 Ja, 1640 Nein.
1948 - 1959
Die Zahl der Laboranten-Lehrlinge steigt so stark an, dass erstmals eine Klasse gebildet werden kann. Dies trifft ebenfalls für die Konstruktionsschlosser zu.
Der grosse Andrang zu den Maschinenbau-Berufen verursacht erhebliche Raumprobleme. Erstmals wird der Versuch unternommen, Leistungsklassen zu bilden.
Rolf Bächtold, dipl. Architekt in St. Gallen, geht mit seinem Projekt als Erster aus dem Planungswettbewerb hervor.
Die rege Bautätigkeit in der Region Schaffhausen wirkt sich zahlen- und berufsmässig auch auf die GSS aus.
Die Schaffhauser Presse äussert sich zu den Schulräumen der GSS.
Schaffhauser Nachrichten: "Die Raumverhältnisse im Kirchhofschulhaus sind derart, dass der Unterricht tatsächlich unter nahezu unmöglichen Bedingungen erteilt werden muss."
Schaffhauser Arbeiterzeitung: "Es ist geradezu bemühend, dass ein Industriezentrum wie Schaffhausen, dessen Pioniere zum grossen Teil auch einmal selber Gewerbeschüler und Lehrlinge waren, so wenig Verständnis für seine Gewerbe- und Berufsschule aufbringt."
Schaffhauser Bauer: "Die Bevölkerung sollte einmal gezwungen werden, diese mit Materialien und Apparaten überfüllten Schulräume zu besuchen, in denen die Schüler sich gegenseitig die Absätze abtreten, während die Lehrer einen verzweifelten Kampf führen, um die Demonstrationsobjekte aus dem Wirrwarr in und über den Schränken rechtzeitig herauszufinden."
Sieben Bauhandlanger besuchen im Winter-Semester den zweiten Teil eines Umschulungskurses zur Ausbildung als Maurer, zwei davon sind über 40 Jahre alt. In einem Fall besuchen Vater und Sohn gleichzeitig unsere Schule.
Am 28. Oktober lehnt das Schaffhauser Volk einen gut geplanten und dringend nötigen Neubau für die Gewerbeschule ab. Die Bedeutung einer leistungsfähigen Gewerbeschule ist noch vielen Leuten zu wenig bekannt.
Nach 50 Jahren, am 31. August tritt ein neues Schulreglement in Kraft. Es entspricht weitgehend denjenigen anderer Gewerbeschulen in der Schweiz. Folgende wichtige Neuerungen sind festgehalten:
- Es sollen Kurse zur beruflichen Weiterbildung von ausgelernten Berufsleuten durchgeführt werden.
- Eine intensive Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden wird angestrebt.
- Die Klassen werden nach Berufen und Berufsgruppen gebildet.
Der Stadtschulrat wählt Hans Bösch, Lehrer von Wildhaus, zum fünften hauptamtlichen Lehrer.
Für viele industrielle und gewerbliche Unternehmungen wird es schwierig, die wünschenswerte Zahl von Lehrlingen zu erhalten. In bestimmten Berufen besteht ein offensichtlicher Mangel an einheimischem Nachwuchs. Es werden deshalb junge Leute aus dem benachbarten deutschen Grenzland in die Lehre genommen.
1932 - 1943
Das kantonale Gesetz über die berufliche Ausbildung und das Lehrlingswesen vom 24. Mai 1943 unterstellt in Präzisierung des gültigen Bundesgesetzes die Gewerbeschule der Oberaufsicht der kantonalen Gewerbedirektion und ihrer Organe, der Lehrlingskommission und dem Lehrlingsamt.
Die Berufsberatung erfasse nur wenige junge Leute. "Je nach der Verdienstmöglichkeit, der Sauberkeit der Arbeit, der Aussicht auf frühen Feierabend, weniger aber nach dem Interesse am Beruf selbst, trifft mancher Lehrling oder seine Eltern die Entscheidung in der Berufswahl, und vielfach wird damit der Anfang für die Unzufriedenheit an der beruflichen Arbeit und allem, was damit zusammenhängt, geschaffen." Dies ist die Meinung von Vorsteher Widmer. Sie stützt sich auf die Tatsache, dass die Berufswahl in späteren Jahren nach einer Korrektur ruft, und daher kommt es, dass in den maximal vier Lehrjahrstufen an unserer Schule nicht weniger als zehn Altersjahre anzutreffen sind, vom kaum erreichten Alter zum Lehreintritt, 15 Jahre nach Mindestaltergesetz, bis zum heiratsfähigen Mann.
In einem Referat vor Schulbehörden und Lehrern an Gewerbeschulen im Kanton Schaffhausen fordert Herr Inspektor Schwander, Bern, im Auftrag des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit die Zentralisation des ganzen Berufsunterrichtes auf die Schulen von Schaffhausen und Neuhausen. Mit diesen Vorschlägen können sich allerdings die Vertreter der Gewerbeschulen von Stein am Rhein, Neunkirch und Thayngen nicht befreunden. Der Erziehungsrat entscheidet deshalb, dass die Lehrlinge aus Landgemeinden den Geschäftskundeunterricht weiterhin an ihren bisherigen Schulorten zu besuchen haben, für den Fachunterricht jedoch in den Schulen Schaffhausen und Neuhausen zusammengezogen werden.
Die Knabenrealschule wird ins Gelbhausgarten-Schulhaus verlegt. Dadurch werden erneut vier Zimmer und der Zeichnungssaal im Kirchhofschulhaus für die Gewerbeschule frei.
Für das Schuljahr 1932/33 wird erstmals ein eigener Jahresbericht der Gewerbeschule veröffentlicht. Darin schreibt Alfred Widmer, dass gemäss neuem Berufsbildungsgesetz vom 1.1.1933 der Gewerbeschulunterricht regionalisiert werden muss. Es sei deshalb mit der gelegentlichen Aufhebung der Gewerbeschulen Neunkirch, Schleitheim und Thayngen zu rechnen. Dadurch werde die städtische Gewerbeschule - noch mehr als bisher - eine Schule von kantonaler Bedeutung. Schon 1933 stellt Alfred Widmer fest, dass der Wirtschaftskrise auf die Dauer nur durch Verbesserung und Vertiefung der beruflichen Ausbildung begegnet werden kann. Alfred Widmer erachtet den Bau eines Gewerbeschulhauses mit ausreichenden Demonstrationsmöglichkeiten als dringend.
1922 - 1931
Alle Klassen sind nun weitgehend nach Berufen geordnet.
Am 26. Juni wird ein neues eidgenössisches Bundesgesetz über die berufliche Ausbildung erlassen. Art. 30 lautet: "Die Organisation des beruflichen Unterrichtes im Rahmen dieses Gesetzes ist Sache der Kantone. Sie haben dafür zu sorgen, dass den Lehrlingen der Betriebe, die auf ihrem Gebiete liegen, durch Einrichtung von Berufsschulen und Fachkursen oder durch Erleichterung des Besuches auswärtiger Schulen und Kurse Gelegenheit zum obligatorischen Unterricht geboten wird." Dieser Artikel ist für die Kantone von bindender Verpflichtung, vor allem auch in Bezug auf die Beschaffung von Unterrichtsräumen.
Das Prinzip, Fachklassen zu bilden, wird angestrebt. Weil in der Vorbildung und Begabung der Lehrlinge grosse Unterschiede bestehen und der Unterricht unter schwierigen räumlichen und einrichtungsmässigen Verhältnissen erteilt werden muss, lässt die Verwirklichung dieses Prinzipes noch auf sich warten.
Der Regierungsrat erlässt eine Verordnung über Ausrichtung von Staatsbeiträgen zur Förderung der Berufsbildung.
In der Auffassung betreffend Lehrlingsausbildung tritt eine grosse Wendung ein. Die bisher gültige Wegleitung von 1915 verlangte von der Fortbildungsschule eine erweiterte theoretisch-technische und kaufmännische Ausbildung als Ergänzung zur Ausbildung im Lehrbetrieb. Demgegenüber vertritt der eidgenössische Inspektor, Ingenieur Hottinger, nun die Ansicht, dass das Hauptgewicht der Ausbildung unter Verzicht auf jede Theorie aufs Praktische verlegt werden müsse. Dadurch kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern der bisherigen und der neuen Auffassung und zu einer allgemeinen Verunsicherung.
1906 - 1919
Erst das kantonale Lehrlingsgesetz vom 4. Mai verleiht den Bestrebungen von 1916 den nötigen rechtlichen Schutz. Der Lehrvertrag, der Schulbesuch und die Lehrabschlussprüfung werden obligatorisch. Jeder Lehrling ist zum Besuch von mindestens sechs Schulstunden pro Woche verpflichtet.
Das Schweizerische Volkswirtschaftsdepartement erlässt im Januar eine Anleitung für die Gewerblichen Fortbildungsschulen. Mit Ausnahme des Werkstattunterrichtes enthält der örtliche Lehrplan alle vorgeschriebenen Fächer. Das Unterrichtsminimum eines Schülers soll 240 Stunden pro Jahr betragen. Der Unterricht muss an Werktagen erteilt werden und darf nicht länger dauern als bis 20.00 Uhr.
Im Obligationenrecht vom 30. April wird in Art. 319, 324, 325 und 337 der Lehrvertrag gesetzlich geregelt. Ein Obligatorium ist in diesen Artikeln noch nicht festgelegt.
Die Schule will den Unterricht schon um 18.00 Uhr beginnen, deshalb entsteht ein heftiger Streit zwischen einer angesehenen Schaffhauser Firma und der GFS.
1892 - 1900
Am 17. Dezember erlässt der Stadtschulrat das "Reglement über Zweck und Einrichtung der GFS", wonach Lehrlinge und Arbeiter diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten erhalten sollen, die für die berufliche Ausbildung nötig und förderlich sind, die jedoch in der Werkstatt nicht erlangt werden können.
Die im Jahre 1883 geschaffene Aufsichtskommission hat ihre Tätigkeit nicht lange ausgeübt, denn schon 1897 ist sie in Vergessenheit geraten. Erneut wird eine Dreierkommission bestellt, die in den folgenden Jahren eine rege Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft aufnimmt.
Das Schulhaus auf dem Emmersberg wird eröffnet. Dadurch gewinnt auch die GFS Schulraum. Sie bezieht jetzt die unteren Zimmer im Kirchhofschulhaus und darf auch den Zeichnungssaal auf dem Emmersberg benützen.
Die Raumnot ist wieder für einige Zeit behoben, und es können neue Fächer erteilt werden: Physik, hauptsächlich Mechanik, Wärmelehre und Elektrizität, elementare Chemie, Algebra, Festigkeitslehre.
Die rasch ansteigende Zahl von Elektrikern fordert die Einführung von Elektrotechnik.
Am 22. November erlässt der Stadtschulrat die Disziplinar-Ordnung für die GFS. Diese bestimmt u.a., dass der Eintritt in die GFS allen jungen Leuten offen steht, sofern sie nicht mehr Schüler der Elementarschule oder der 1. bis 3. Klasse der Realschule oder der 1. Klasse des Gymnasiums sind.
Jeder Schüler hat sich innerhalb wie ausserhalb der Schule eines anständigen, gesitteten Betragens zu befleissen, insbesondere sich des Lärmens, Pfeifens und anderen Unfugs zu enthalten. Das Rauchen im Schulhaus ist strengstens untersagt. Jede unentschuldigte Absenz wird mit 50 Cts. gebüsst.
1875 - 1889
Im Winter-Semester 1889/90 steht zum erstenmal ein Kurs für Vaterlandskunde mit zwei Wochenstunden auf dem Stundenplan. Dieser Unterricht soll den "angehenden Bürger" mit dem Aufbau unserer Demokratie vertraut machen und ihn zudem auf die Rekrutenprüfung vorbereiten.
Der kantonale Gewerbeverein wird gegründet. Zusammen mit der "Gemeinnützigen Gesellschaft" und dem Stadtschulrat wird die Ausbildung von Lehrlingen in den Betrieben und an der Schule gefördert.
Die Gewerbliche Fortbildungsschule Schaffhausen wird mit 63 Schülern eröffnet. Der Unterricht ist freiwillig und umfasst folgende Fächer: Deutsch, Rechnen, Geometrie, Linear-Zeichnen und Freihandzeichnen.
Die theoretischen Fächer werden an Wochenabenden von 19.00 - 21.00 Uhr erteilt, und der Zeichenunterricht wird auf den Sonntag von 06.00 - 08.00 oder von 10.00 - 12.00 Uhr angesetzt.
Als Schulräume dienen die Zimmer des "Eckstein", des damaligen Schulhauses der Knabenrealschule. Mit Fr. 1'000.- Kredit, einem ansehnlichen Betrag für die damalige Zeit, nimmt die Schule den Betrieb auf.
BBZ Schaffhausen